Testament

„Der Erblasser kann durch einseitige Verfügung von Todes wegen (Testament, letztwillige Verfügung) den Erben bestimmen“, § 1937 BGB.


Beim Tod eines Menschen, der kein wirksames Testament errichtet hat und der auch keinen Erbvertrag geschlossen hat, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Es kann sein, dass der Erblasser individuelle, von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Vorstellungen für die Regelung seines Nachlasses hat. Durch ein Testament kann er einseitig entsprechende Regelung treffen:  Erbeinsetzung aber auch die Enterbung gesetzlicher Erben, Aussetzung eines Vermächtnisses, Bestimmungen und Auflagen, Teilungsanordnungen, Bestimmung einer Testamentsvollstreckung und eines Testamentsvollstrecker, Beziehung des Pflichtteiles, Bestellung eines Vormundes für minderjährige Kinder gem. § 1776 BGB – mit einer letztwilligen Verfügung können also sehr unterschiedliche Regelungsanordnungen getroffen werden. Ein wirksames Testament setzt die sogenannte Testierfähigkeit des Erblassers nach § 2229 Abs. 4 BGB voraus. Dazu besteht ein Formzwang bei der Errichtung des Testaments.  Das Wesentliche regeln die §§ 2231 sowie § 2247 BGB. Dies sind die sogenannten „ordentlichen“ Testamentsformen: das öffentliche Testament, das zur Niederschrift eines Notars erfolgt und das „eigenhändige“ Testament, das vom Erblasser im vollem Umfang handschriftlich verfasst und unterschrieben wird. Sonderformen wie die sogenannten Nottestamente (Bürgermeistertestament, Drei-Zeugen-Testament und Seetestament, §§ 2249 bis 2251 BGB) werden hier nicht behandelt.


Wegen der Bedeutung der letztwilligen Verfügung, auch wegen der Vielfalt an Regelungsmöglichkeiten sollte der Erblasser sich durch einen Rechtskundigen beraten lassen. Grundsätzlich erfolgt eine Beratung durch den Notar, wenn dieser bei der Testamentserrichtung gem. § 2231, § 2232 BGB zugezogen wird, § 17 Beurkundungsgesetz. Auch wenn ein eigenhändiges Testament erstellt werden soll, sollte dies vorher mit einem Rechtsanwalt ausformuliert und niedergeschrieben werden. Diese Niederschrift dient als Auslegungshilfe bei Unleserlichkeit oder Leseproblemen des handgeschriebenen Textes, dazu kann der Anwalt Auskünfte zur Testierfähigkeit des Erblassers geben. Eine Hinterlegung beim Rechtsanwalt, ggf. eine Bestellung des Rechtsanwalts als Testamentsvollstrecker führt dazu, dass das Testament nicht verloren geht und der Wille des Erblassers umgesetzt wird.


Schon bei der Errichtung des Testaments sollten weitere Folgen bedacht werden: Wann und wie kann der Erblasser das Testament widerrufen? Sind Streitigkeiten aufgrund der letztwilligen Verfügung zu beachten? Welche Anfechtungsmöglichkeiten bestehen für Dritte? Ist eine einseitige Regelung sachdienlich oder sollte ein gemeinschaftliches Testament bzw. ein Erbvertrag gewählt werden, weil enge Verflechtungen des Erblassers mit anderen Personen dies erfordern?